Juliana Thormann: „Von der Vision zum Vergessen – Bürgermeister Riemann muss beim Spielplatz am Schwanenteich nachbessern“
Mit deutlicher Kritik reagiert Juliana Thormann, Vorstandsmitglied der Partei Die Linke im Unstrut-Hainich-Kreis, auf die kaum vorhandene Barrierefreiheit des neuen Spielplatzes am Schwanenteich. Für sie ist unverständlich, dass bei einem Neubau im Jahr 2026 offenbar nicht selbstverständlich mitgedacht wurde, dass auch Kinder mit Behinderungen ein Recht auf Spiel, Begegnung und Teilhabe haben.
„Es ist ein Armutszeugnis, dass ein neu errichteter Spielplatz in Mühlhausen für viele Kinder faktisch nicht nutzbar ist. Wer heute öffentliche Infrastruktur plant, darf Barrierefreiheit nicht als freiwillige Zusatzleistung betrachten, sondern muss sie von Anfang an berücksichtigen“, erklärt Thormann.
Sie fordert den zuständigen Bürgermeister Jan Riemann auf, die bestehenden Mängel nicht länger zu ignorieren und zeitnah konkrete Maßnahmen für eine barrierefreie und inklusive Umgestaltung des Spielplatzes vorzulegen.
Besonders verärgert zeigt sich Thormann angesichts früherer Aussagen Riemanns. Noch im Jahr 2021 hatte dieser als Stadtrat öffentlich die Schaffung eines inklusiven Spielplatzes unterstützt und von der „Vision des ersten integrativen Spielplatzes in Mühlhausen“ gesprochen.
„Damals wusste Jan Riemann offenbar sehr genau, wie wichtig ein Spielplatz für alle Kinder ist. Heute, als Bürgermeister und damit politisch Verantwortlicher, scheint von dieser Überzeugung nicht mehr viel übrig zu sein“, kritisiert Thormann. „Es reicht nicht, schöne Visionen zu formulieren, solange man in Verantwortung genau das Gegenteil zulässt.“
Für die Linke ist die Situation ein Beispiel dafür, wie Inklusion in politischen Sonntagsreden gerne beschworen wird, bei konkreten Entscheidungen jedoch zu oft unter den Tisch fällt.
„Kinder mit Behinderungen dürfen nicht erneut die Erfahrung machen, ausgeschlossen zu werden. Ein neuer Spielplatz, der nicht für alle Kinder zugänglich ist, verfehlt seinen gesellschaftlichen Auftrag. Wer von Teilhabe spricht, muss sie auch ermöglichen“, so Thormann weiter.
Die Linke Unstrut-Hainich-Kreis fordert den Bürgermeister und die Stadtverwaltung auf, kurzfristig einen Maßnahmenplan zur Herstellung der Barrierefreiheit vorzulegen und die notwendigen Umbauten schnellstmöglich umzusetzen. Ziel müsse es sein, den Spielplatz am Schwanenteich tatsächlich zu dem Ort zu machen, als den ihn Jan Riemann selbst einst beschrieben hat: einen Spielplatz für alle Kinder.
